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Risiko "Berufsunfähig"

Jeder fünfte Deutsche geht laut der Deutschen Rentenversicherung mit einer Erwerbsminderung in Altersrente. Noch mehr Menschen dürften im Laufe ihres Arbeitslebens zeitweise berufsunfähig sein. Das bedeutet, dass diese Menschen durch Krankheit oder Unfall ihren Beruf für längere Zeit nicht mehr ausüben können. Wer berufsunfähig wird und daher ohne Einkommen dasteht, dem droht der finanzielle Untergang. Denn die staatliche Absicherung ist mit der Erwerbsminderungsrente sehr knapp bemessen und greift auch nicht in allen Fällen. Deswegen ist es für nahezu jeden Berufstätigen zwingend notwendig, sich gegen den Ausfall der eigenen Arbeitskraft abzusichern. Der Königsweg ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Sie ist neben der  privaten Haftpflichtversicherung die wichtigste Police überhaupt.

 

Brauche ich überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Keine einfache Antwort!

Der Bedarf hängt davon ab, ob

ausreichen,um zumindest das selbst definierte persönliche Existenzminimum zu decken.

Auswahlkriterien für die Wahl einer guten BU-Versicherung

Beitragsunterschiede

Natürlich ist der zu zahlende Beitrag eine wichtige Komponente, so kennzeichnen doch Beitragsunterschiede von bis zu 400 % (!) die Versicherungslandschaft – bei oftmals vergleichbarem Risiko und Leistungen.

Leistungsunterschiede

Ebenso entscheidend sind allerdings die Versicherungsbedingungen. Hier lauert so manche Überraschung. Wird übereilt ein Versicherungsvertrag bei einem Anbieter mit schlechten Leistungen abgeschlossen, droht im Schadenfall das böse Erwachen. Bei Erstellung eines Beitrags-/Leistungsvergleiches berücksichtige ich nur Tarife von Versicherern, die vom Softwarehaus Morgen und Morgen mit der Höchstnote von 5 Sternen ***** bewertet werden. So schützen Sie sich vor vielen unliebsamen Überraschungen.

Nachfolgend möchte ich Ihnen eine (nicht abschließende) Aufzählung relevanter Leistungsunterschiede aufzeigen.

 
Verzicht auf abstraktes Verweisungsrecht (K.O. Kriterium)
 
K.O.-Kriterium für die Auswahl eines geeigneten Versicherers ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Schlechte Bedingungen sehen vor, dass der Versicherte nicht nur zu einem bestimmten Prozentsatz in seinem bisher ausgeübten Beruf, sondern auch in allen anderen Berufen, die er aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung (noch schlechter: aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten) theoretisch ausüben könnte, berufsunfähig ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Versicherte in dem genannten Verweisungsberuf tatsächlich einen Arbeitsplatz erhält oder nicht (abstrakte Verweisungsmöglichkeit).

Einige Versicherer verzichten erst ab einem bestimmten Alter (meist ab 55 Jahren) auf einen solchen Verweis. Mittlerweile gibt es viele Versicherer, die bei Eintritt der Berufsunfähigkeit nur noch auf den zuletzt tatsächlich ausgeübten Beruf abstellen und somit auf das abstrakte Verweisungsrecht verzichten. Eine Verweisung wird nur noch dann vorgenommen, wenn tatsächlich eine andere Tätigkeit aufgenommen wurde, die der bisherigen Lebensstellung entspricht.

 
Prognosezeitraum 6 Monate
 
Im § 2 der Versicherungsbedingungen zur Berufsunfähigkeit ist der Begriff der Berufsunfähigkeit definiert. Schlecht ist, wenn nur derjenige berufsunfähig ist, der “voraussichtlich dauernd” außerstande ist, seinen Beruf oder eine vergleichbare Tätigkeit auszuüben. “Voraussichtlich dauernd” beinhaltet einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren. Für einen Arzt ist dies möglicherweise schwer zu diagnostizieren. Versicherer mit besseren Bedingungen verkürzen diesen Zeitraum auf “voraussichtlich 6 Monate”.
Rückwirkende Leistungen
Eine schwere Erkrankung stellt sich manchmal erst später als Berufsunfähigkeit heraus. Standardversicherer überweisen bei “Fortdauer dieses Zustands” erst ab dem 7.Monat. Bei einer bereits 6-Monate andauernden Berufsunfähigkeit leisten gute Anbieter rückwirkend von Beginn an.

 

Beitragsdynamik

Wichtig ist, dass der Versicherungsschutz vor Eintritt des Versicherungsfalles dynamisiert werden kann. Nur so schützt man sich gegen das Inflationsrisiko. Die Anbieter bieten hier unterschiedliche Regelungen an. Die Höhe der Beitragsdynamik wird individuell zwischen Versicherungsnehmer und Gesellschaft ausgehandelt. Den Anpassungen kann man widersprechen. Widerspricht mehr als zweimal nacheinander, dann fliegt das Anpassungsrecht für die Zukunft komplett aus dem Vertrag. Darauf sollte man es jedoch nicht ankommen lassen.

Leistungsdynamik

Bei der Leistungsdynamik geht es darum, wie die gezahlte Berufsunfähigkeitsrente vom Versicherungsunternehmen angepasst wird. Die Anpassungen werden aus den Überschüssen des Unternehmens finanziert. Wer sich nicht auf diese verlassen möchte, kann auch eine garantierte Leistungsdynamik in Höhe von meist 1-3% mit dem Anbietern zusätzlich vereinbaren. Diesen Einschluss lassen sich die Unternehmen jedoch teuer bezahlen. Mit gut 10-15% Beitragszuschlag kann je Prozentpunkt garantierte Leistungsdynamik gerechnet werden.

Nachversicherungsmöglichkeiten
Auf eine ausreichende Rentenhöhe sollte man natürlich gleich bei Abschluss des Vertrages wert legen. Was passiert aber, wenn der abzusichernde Bedarf durch Eintritt eines bestimmten Ereignisses steigt und sich der Gesundheitszustand jedoch verschlechtert hat, so dass kein Zusatzschutz mehr zu realisieren ist. Die Lösung: Nachversicherungsoptionen. Die Versicherungstarife sehen unterschiedliche Erhöhungsmöglichkeiten (ohne erneute Prüfung des Gesundheitszustandes) vor. Üblich sind folgende Erhöhungsmöglichkeiten
  • beim Bau oder Kauf eines Hauses,
  • der Geburt eines Kindes,
  • bei Heirat / Scheidung,
  •  bei einer Einkommenserhöhung um x%,
  • Abschluss einer Berufsausbildung.

Darüber hinaus gibt es weitere Optionen. Die Erhöhungsmöglichkeiten werden in der Regel auf ein bestimmtes Alter und auch in der Höhe begrenzt.

Wahl der Laufzeit

Wählen Sie die Laufzeit des Vertrages mindestens bis zu Ihrem 65. Lebensjahr, idealerweise bis zum 67. Geburtstag, also bis zum vermutlichem Renteneintrittsdatum. Sie können die Versicherungssumme während der Vertragslaufzeit herabsetzten oder den Vertrag sogar ganz kündigen.

Bei Wahl einer zu kurzen Vertragslaufzeit (z.B. über 10 Jahre) besteht die Gefahr, dass Sie nach Ablauf der vereinbarten Frist weiterhin Versicherungsschutz benötigen, diesen möglicherweise aufgrund veränderter Gesundheitsverhältnisse nicht mehr bekommen. Problematisch sind auch Verträge, die bis zum Endalter 55 abgeschlossen werden. Hintergrund: Die statistische Eintrittswahrscheinlichkeit des Versicherungsfalls liegt vor allem in der Altersklasse zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr.

Allerdings: Naturgemäß ist die Wahl der Laufzeit beitragsrelevant. Wer den Schutz sinnvollerweise bis 67 anstatt bis 65 laufen lässt, zahlt beispielsweise dafür einen Mehrbeitrag von ca. 20%. Kürze Vertragsdauern sind nur dann sinnvoll, wenn dafür ein gesicherter Ausgleich geschaffen werden kann. Wird beispielweise ein Haus finanziert und fallen die Darlehensbelastungen zu einem früheren Zeitpunkt weg, kann auch der BU-Schutz oder ein Teil davon mit einer kürzeren Laufzeit verknüpft werden.

Unterschiedliche Fragen in den Versicherungsanträgen

Die richtige und detaillierte Beantwortung der gestellten Gesundheitsfragen sind für jeden Versicherungsnehmer Grundvoraussetzung für die dauerhafte Gewähr der Versicherungsschutzes, da ansonsten der Versicherer möglicherweise wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vom Vertrag zurücktreten oder wegen Arglist anfechten kann.

Die risikorelevanten Fragen der Anbieter unterscheiden sich erheblich. Bei den Gesundheitsfragen ist es oftmals schon relevant, ob ein Anbieter einen 5- oder 10-Jahreszeitraum abfragt. Die unterschiedlichen Abfragezeiträume können sich auf ambulante oder stationäre Krankenbehandlungen beziehen. Außerdem fallen  die Abfragezeiträume zu psychischen Vorerkrankungen, Erkrankungen der Wirbelsäule, zur Medikameneneinnahme oder zum Drogenkonsum unterschiedlich aus. Relevant ist im Einzelfall möglicherweise, ob ein Anbieter nach jedweden Krankheiten/Beschwerden und Anomalien fragt oder aber nur nach innerhalb eines bestimmten Zeitraumes ärztlich Behandelten. Darüber hinaus gibt es Unterschiede bei Fragen zu konkreten Auslandsaufenthalten mit unterschiedlichen Aufenthaltsdauern und zu Hobbies.

Daher macht es überhaupt keinen Sinn und führt eine Risikovoranfrage ad absurdum, wenn nicht mit den original Antragsfragen eines Anbieters gearbeitet wird. Das ist zwar etwas mühsamer, aber richtig.

Tipp:
App des Deutschen Instituts für Altersversorgung: Wie hoch ist mein BU-Risiko?

 

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